MKRG - Mütze Korsch Rechtsanwaltsgesellschaft mbH | Restrukturierung und Insolvenzrecht
184
archive,category,category-restrukturierung-und-insolvenzrecht,category-184,ajax_fade,page_not_loaded,,qode-theme-ver-9.5,wpb-js-composer js-comp-ver-4.12,vc_responsive

Restrukturierung und Insolvenzrecht

Der BGH hat in seiner Entscheidung vom 26.01.2017 (IX ZR 285/14) die Haftung des Steuerberaters für einen fehlerhaften Jahresabschluss verschärft.

 

Der BGH hat entschieden, dass der Steuerberater im Falle einer bilanziellen Überschuldung den Mandanten darauf hinzuweisen habe, dass dieser die Fortführungsfähigkeit der Gesellschaft überprüft. Diese Prüfung müsse er entweder selbst vornehmen oder er müsse darauf hinwirken, dass die Gesellschaft eine explizite Fortführungsprognose erstellt.

 

Allerdings ist der Steuerberater nicht verantwortlich für die Erstellung der Fortführungsprognose oder die Richtigkeit des Ergebnisses. Vielmehr entfällt seine Haftung bereits dann, wenn der Steuerberater vorher die notwendigen Hinweise erteilt. Die Hinweise müssen dabei sowohl die bestehenden Zweifel an der Fortführungsprognose als auch die notwendige Prüfung genau und im Einzelfall aufzeigen.

 

Anders als in früheren Entscheidungen hat der BGH darüber hinaus dem Steuerberater eine Hinweis- und Warnpflicht gegenüber der GmbH hinsichtlich des Vorliegens eines Insolvenzgrundes oder bei entsprechenden ernsthaften Anhaltspunkten auferlegt. Der Steuerberater sei zumindest dann verpflichtet entsprechende Warnhinweise zu erteilen, wenn er davon ausgehen müsse, dass der Gesellschaft die mögliche Insolvenzreife nicht bekannt sei. Die entsprechenden Aufklärungen müssten konkrete Hinweise für den Einzelfall enthalten. Nicht ausreichend sei lediglich ein Verweis auf allgemeine Prüfungspflichten des Geschäftsführers.

 

Die Mütze Korsch Rechtsanwaltsgesellschaft mbH begleitet Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Gesellschaften bei der rechtssicheren Durchschiffung von Haftungsklippen bei Unternehmenskrisen. Hierzu kontaktieren Sie bitte:

 

Niesert Burkhard - Rechtsanwalt
Burkhard Niesert
Rechtsanwalt, Partner

Telefon: +49 (0) 211 8 82 92-9
Telefax: +49 (0) 211 8 82 92-6
niesert@mkrg.com

Leasing in Krise und Insolvenz

Am 20.09.2017 referieren die MKRG-Partner Herr Rechtsanwalt Dr. Stefan Krüger und Herr Dr. Helmut Schnädter im Industrie-Club e.V. Düsseldorf, Elberfelder Straße 6, 40213 Düsseldorf über Leasing in Krise und Insolvenz.

Das Programm lautet wie folgt:

 

Leasing in der Krise des Leasingnehmers:

  • Handlungsoptionen und Besicherung des Leasinggebers
  • Leasing als Sanierungshebel?
  • Haftungsrisiken des Leasinggebers gegenüber Dritten

 

Leasing in der Insolvenz des Leasingnehmers: 

  • Im Eröffnungsverfahren
  • „Schicksal“ des Leasingvertrages und Kündigungsrechte
  • Behandlung der Leasingraten und sonstige Ansprüche

 

Leasing in der Insolvenz des Leasingnehmers:

  • Im eröffneten Verfahren
  • „Schicksal“ des Leasingvertrages
  • Ansprüche des Leasinggebers

 

Steuerrechtliche Besonderheiten in Krise und Insolvenz:

  • Ertragssteuern
  • Umsatzsteuer

 

Insolvenzanfechtung unter besonderer Berücksichtigung der Reform des Anfechtungsrechts

 

Zielgruppe

Das Seminar richtet sich an Mitarbeiter von Leasinggesellschaften, Banken, Sparkassen und sonstigen Finanzierern, die in ihrer Arbeit mit Leasing befasst sind.

 

Methode

Theoretische Wissensvermittlung durch Vorträge und Präsentation von Praxisbeispielen, ergänzt durch Diskussionen und Erfahrungsaustausch.

Weitere Informationen zu dem Seminar sowie zur Anmeldung finden Sie hier.

 

Ihre Ansprechpartner:

Krueger Stefan - Rechtsanwalt
Dr. Stefan Krüger

Rechtsanwalt, Partner

Telefon: +49 (0) 211 8 82 92-9
Telefax: +49 (0) 211 8 82 92-6
krueger@mkrg.com

Seit 2001 ist er tätig als Rechtsanwalt. Schwerpunkte seiner Tätigkeit sind die Sanierungsberatung, Insolvenz-, Gesellschafts-, Arbeits- und Finanzierungsrecht, insbesondere Factoring und Leasing. Er publiziert und referiert regelmäßig zu diesen Themen.

 

Schnaedter Helmut - Rechtsanwalt
Dr. Helmut Schnädter

Rechtsanwalt, Partner

Telefon: +49 (0) 211 8 82 92-9
Telefax: +49 (0) 211 8 82 92-6
schnaedter@mkrg.com

Seit 1986 ist er tätig als Rechtsanwalt und Steuerberater und befasst sich mit Fragestellungen zu allen Bereichen des nationalen und internationalen Steuer- sowie Gesellschaftsrechts und Finanzierungen wie Leasing und Factoring. Er referiert regelmäßig zu diesen Themen.

Aktuelle insolvenzrechtliche Entwicklung mit Bezug zum Factoring

Am 28. und 29.09.2017 referiert der MKRG-Partner, Herr Rechtsanwalt Dr. Stefan Krüger, gemeinsam mit Herrn Prof. Dr. Heinz Vallender Direktor des Instituts für Internationales und Europäisches Insolvenzrecht, Universität zu Köln, an der Quadriga-Hochschule in Berlin über aktuelle insolvenzrechtliche Entwicklungen mit Bezug zum Factoring.

Das Programm lautet wie folgt:

 

Factoring in der Krise

  • Krise des Anschlusskunden
  • Auswirkungen auf bestehendes Factoring
  • Factoring als Sanierungshebel
  • Haftungsrisiken

 

Factoring im Eröffnungsverfahren

  • Schicksal des Factoringvertrages
  • Zustimmungsvorbehalt/Veräußerungsverbot
  • Einbeziehungsrecht und Offenlegung
  • Gestaltungsmöglichkeiten bei unklarer oder streitiger Forderungsinhaberschaft
  • Absprachen mit dem vorläufigen Verwalter/Fortführungsvereinbarungen

 

Factoring im eröffneten Verfahren

  • „Schicksal“ des Factoringvertrages
  • Einzelne Forderungskaufverträge
  • Handlungsoptionen und weitere Ansprüche des Factors und ihre Durchsetzung
  • Sicherungsrechte/Kollisionsfragen

 

Aufrechnung

 

Insolvenzanfechtung

 

Eröffnungsverfahren

  • Antragsbefugnisse
  • Sicherungsmaßnahmen
  • Verfahrensabschließende Entscheidungen

 

Eröffnetes Verfahren

  • Stellung des Insolvenzverwalters/Sachwalters
  • Die Realisierung von Forderungen im eröffneten Verfahren
  • Gegenseitige Verträge im Insolvenzverfahren

 

Das ESUG in der gerichtlichen Praxis

  • Der vorläufige Gläubigerausschuss
  • Die Eigenverwaltung im Insolvenzverfahren
  • Sanierung durch das Schutzschirmverfahren
  • Das geänderte Insolvenzplanverfahren

 

Aktuelle Gesetzgebung

  • Die reformierte EuInsVO
  • Der Entwurf einer Richtlinie der EU-Kommission zum vorinsolvenzlichen Sanierungsverfahren
  • Konzerninsolvenzrecht vor dem Aus?
  • Das reformierte Anfechtungsrecht

 

Zielgruppe

Das Seminar richtet sich insbesondere an Mitarbeiter und Berater von Factoringinstituten, die ihr Wissen zu insolvenzrechtlicher Rechtsprechung und Gesetzgebung auf einen aktuellen Stand bringen möchten

 

Methode

Theoretische Wissensvermittlung durch Vorträge und Präsentation von Praxisbeispielen, ergänzt durch Diskussionen und Erfahrungsaustausch

 

Lernziel

Das Seminar möchte den Teilnehmern nicht nur einen Einstieg in die für viele fremde Materie des Insolvenzrechts und die Verfahrensabläufe im Insolvenzverfahren geben, sondern auch die Besonderheiten des Factoring in Krise und Insolvenz des Factoringkunden an Hand von höchstrichterlichen Entscheidungen sowie gesetzlichen Neuerungen der letzten Jahre aufzeigen.

 

Herr Dr. Stefan Krüger ist Rechtsanwalt und Partner bei der Mütze Korsch Rechtsanwaltsgesellschaft mbH in Düsseldorf und beratend sowie forensisch tätig. Schwerpunkte seiner Tätigkeit sind Sanierungsberatung und das Insolvenz-, Gesellschafts-, Arbeits- und Finanzierungsrecht, insbesondere Factoring und Leasing. Er ist durch Publikationen und Vorträge in diesen Bereichen ausgewiesen.

 

Ihr Ansprechpartner:

Krueger Stefan - Rechtsanwalt
Dr. Stefan Krüger

Rechtsanwalt, Partner

Telefon: +49 (0) 211 8 82 92-9
Telefax: +49 (0) 211 8 82 92-6
krueger@mkrg.com

 

Am 20. Juni 2017 referieren der MKRG-Partner, Herr Rechtsanwalt Dr. Stefan Krüger, und der Leiter Legal Services & Compliance der Coface, Niederlassung in Deutschland, Herr Rechtsanwalt Jan Völker, im Holiday Inn Munich-City Centre, Hochstraße 3, 81669 München, zu dem Thema „Lieferantenrechte in der Insolvenz des Geschäftspartners“.

 

Im Einzelnen sind Seminarinhalte:

  • Überblick über Lieferantenrechte
    • Lieferantenforderungen
    • Absicherungsmöglichkeiten für Lieferanten
    • Sicherungsrechte, insbesondere Eigentumsvorbehaltsrechte (einfacher, verlängerter und erweiterter Eigentumsvorbehalt) und sonstige Sicherheiten,
    • Kreditversicherung,
    • Factoring und Zentralregulierung.

     

  • Lieferantenrechte in der Krise
    • Krise des Kunden (Arten und Merkmale der Krise), Krisenfrüherkennung, Krisenbewältigung, Sanierungsgutachten,
    • Handlungsoptionen für Lieferanten, insbesondere Besicherung (namentlich EV-Vereinbarungen), Verzichte, Konditionenänderungen und Ratenzahlungsvereinbarungen sowie Kündigung,
    • Auswirkungen auf die Kreditversicherung

     

  • Lieferantenrechte in der Insolvenz
      • Insolvenzgründe und Verfahrensgang im Allgemeinen, Insolvenzantrag und –gründe, Ablauf eines Insolvenzverfahrens,
      • Lieferantenrechte im Eröffnungsverfahren und im eröffneten Verfahren (Regelverfahren, Eigenverwaltung, „Schutzschirm“)
        • Umgang mit Altforderungen,
        • „Schicksal“ von Altverträgen,
        • Durchsetzung von Lieferantenrechten, Handlungsoptionen (insbesondere Verarbeitungs- und Verfügungsverbote, Widerruf der Einziehungsermächtigung, Verwertungsvereinbarungen); Kollision mit weiteren Sicherungsrechten (insbesondere Sicherungsabtretung, Sicherungsübereignung, Factoring, Vermieterpfandrecht; Besonderheiten bei Zentralregulierung), Besonderheiten beim Lieferantenpool,
        • Weiterbelieferung/Begründung von Neuforderungen, Fortführungsvereinbarungen, Vorkasse und Absicherungsmöglichkeiten,
      • Mitwirkungsmöglichkeiten im Insolvenzverfahren (insbesondere im Hinblick auf „Auswahl“ des vorläufigen Insolvenzverwalters/Sachwalters, (vorläufiger) Gläubigerausschuss, Gläubigerversammlung),
      • Auswirkungen auf die Kreditversicherung.

     

  • Aufrechnungsmöglichkeiten und Insolvenzanfechtung
    • Aufrechnung in der Insolvenz, Rechtsgrundlagen und Fallgruppen, Aufrechnungsverzichte,
    • Insolvenzanfechtungen unter besonderer Berücksichtigung der Reform des Insolvenzanfechtungsrechts
    • Überblick,
    • Vorsatzanfechtungen und Begrenzung durch die Reform des Insolvenzanfechtungsrechts,
    • Ausweitung des Bargeschäftsprivilegs/bargeschäftsähnliche Lage,
    • Besonderheiten bei Ratenzahlungsvereinbarungen,
    • Besonderheiten bei Zwangsvollstreckungen und „Druckzahlungen“,
    • Auswirkungen von Insolvenzanfechtungen auf den Lieferantenpool,
    • Anfechtungsversicherung.

 

Das Seminar richtet sich an Unternehmensjuristen, Geschäftsführer, Fach- und Führungskräfte aus Recht, Vertrag und Einkauf, Forderungsmanagement; Gläubiger- und Sanierungsberater, Kreditversicherer, Mitarbeiter aus Banken, insbesondere aus den Bereichen Recht, Kredit, Abwicklung und Sanierung.

 

Weitere Informationen zu dem Seminar sowie zur Anmeldung finden Sie hier.

 

Ansprechpartner:

Krueger Stefan - Rechtsanwalt
Dr. Stefan Krüger

Rechtsanwalt, Partner

Telefon: +49 (0) 211 8 82 92-9
Telefax: +49 (0) 211 8 82 92-6
krueger@mkrg.com

 

Am Donnerstag, den 27.04.2017 referieren die MKRG Partner, Herr Rechtsanwalt Dr. Stefan Krüger und Herr Rechtsanwalt Burkhard Niesert, sowie Herr Rechtsanwalt Michael Klipp, in Zusammenarbeit mit der Dachgesellschaft Deutsches Interim Management e.V. (DDIM) im Industrie-Club e.V. Düsseldorf, Elberfelder Straße 6, 40213 Düsseldorf, zu dem Thema „Interim Manager: Chancen und Risiken in eigener Sache“.

Im Einzelnen sind Seminarinhalte:

  • Der Vertrag des Interim Manager
    • Unterscheidungen
      • Geschäftsführeranstellungsvertrag
      • Beratervertrag
      • Gestellungsvertrag
    • Typische Vertragsinhalte/Klauseln
      • Providervertrag
      • Interim-Management-Vertrag
      • Beratervertrag Provisionsmodell
  • Scheinselbständigkeit
    • Probleme des Interim Managers
    • Probleme des Unternehmers
    • Probleme des Providers
  • Business-Judgment-Rule und Haftungsgrenzen unternehmerischen Handelns
  • Durchsetzung von Beraterhonoraren, Rückforderung und Insolvenzanfechtung
    • Außerhalb der Insolvenz
    • Innerhalb der Insolvenz
    • Besonderheiten bei Erfolgshonoraren
    • Handlungsempfehlungen
  • Versicherungsschutz
    • D&O-Versicherung
    • Haftpflichtversicherung
    • Typische Vertragsinhalte/kritische Klauseln

Das Seminar richtet sich an Interim Manager, Provider und alle sonst mit Interim Management befassten Personen.

Weitere Informationen zu dem Seminar sowie zur Anmeldung finden Sie hier.

Ihre Referenten:

Niesert Burkhard - Rechtsanwalt
Burkhard Niesert
Rechtsanwalt, Partner

Telefon: +49 (0) 211 8 82 92-9
Telefax: +49 (0) 211 8 82 92-6
niesert@mkrg.com

 

Krueger Stefan - Rechtsanwalt
Dr. Stefan Krüger

Rechtsanwalt, Partner

Telefon: +49 (0) 211 8 82 92-9
Telefax: +49 (0) 211 8 82 92-6
krueger@mkrg.com

 

Klipp Michael - Rechtsanwalt
Michael Klipp

Rechtsanwalt, Partner

Telefon: +49 (0) 211 8 82 92-9
Telefax: +49 (0) 211 8 82 92-6
klipp@mkrg.com

Der Bundesgerichtshof hat in seiner Entscheidung vom 26.01.2016 – AZ II XR 394/13 – eine neue Falle für Geschäftsführer von insolventen Gesellschaften aufgebaut. Während bisher Geschäftsführer eher nachlässig mit der Aufforderung von Insolvenzverwaltern umgegangen sind, zu den angemeldeten Ansprüchen zur Insolvenztabelle Stellung zu nehmen, sollte dieses Verhalten in der Zukunft nicht mehr an den Tag gelegt werden. Denn der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass der unterlassene Widerspruch zu einer angemeldeten Forderung in einem Haftungsprozess gegen den Geschäftsführer zu Lasten desselben ausgelegt werden kann. Zwar erstrecke sich die Rechtskraftwirkung der Feststellung zur Insolvenztabelle nicht auf Dritte wie den Geschäftsführer der Schuldnerin, das Verhalten des Geschäftsführers im Anmeldeverfahren könne jedoch eine indizielle Bedeutung haben. Diese mögliche indizielle Wirkung sei im Rahmen der Tatsachenfeststellung zu würdigen.

Ihr Ansprechpartner:

Niesert Burkhard - Rechtsanwalt
Burkhard Niesert
Rechtsanwalt, Partner

Telefon: +49 (0) 211 8 82 92-9
Telefax: +49 (0) 211 8 82 92-6
niesert@mkrg.com

Der Bundestag hat einige neue Regeln des Insolvenzanfechtungsrechts beschlossen. Noch mehr als früher gilt damit: Es lohnt sich, gegen Anfechtungen durch Insolvenzverwalter vor Gericht zu ziehen.

Im Einzelnen:

1. Die Anfechtungsfrist für sog. Vorsatzanfechtungen wird im Wesentlichen von zehn auf vier Jahre verkürzt. Darüber hinaus muss der Insolvenzverwalter die Kenntnis der Zahlungsunfähigkeit bei Vornahme einer Zahlung explizit beweisen. Die bisherige Rechtsprechung, die auf Indizien aufbaut, ist damit obsolet.

2. Für Zahlungsvereinbarungen mit dem Schuldner durch den Gläubiger wird vermutet, dass die Zahlungsvereinbarung deshalb erfolgt, weil dem Gläubiger die Zahlungsunfähigkeit des Schuldners nicht bekannt war. Diese Vermutung wird eine wesentliche Erleichterung für den Rechtsverkehr darstellen.

3. Bargeschäfte sind nur noch anfechtbar, wenn der Schuldner unlauter handelte. Ein Unlauterbarkeit liegt insbesondere vor, wenn eine Schädigungsabsicht des Schuldners gegeben ist. Das gilt sicherlich auch bei einvernehmlichen Dienstleistungsverträgen, wenn von vornherein die Absicht bestand, hiermit lediglich eine Zahlungsverschiebung zugunsten des Diensleistenden herbeizuführen.

Für das Vorliegen eines Bargeschäfts gelten die Gepflogenheiten des Geschäftsverkehrs. Es wird abzuwarten sein, welche unterschiedlichen Fristen der Bundesgerichtshof hier annimmt. Die bisher relativ starre 30-Tages-Frist wird nicht einhaltbar sein. Besonders geschützt werden Arbeitnehmer, wenn zwischen der Arbeitsleistung und der Zahlung des Arbeitsentgelts drei Monate liegen. Warum dies bei Dienstleistern anders sein soll, wird der Bundesgerichtshof nur schwer begründen können.

4. Besonders privilegiert werden Arbeitnehmer bei Zahlungen durch Schwester- oder Konzerngesellschaften. Solche Zahlungen geltend auch dann als Bargeschäft, wenn der Arbeitnehmer nicht erkennen konnte, dass eine (später insolvente) Konzerngesellschaft das Arbeitsentgelt entrichtete.

5. Geradezu tragisch ist, dass der Gesetzgeber die Einzelzwangsvollstreckung weiterhin als inkongruentes Deckungsgeschäft ansieht, dementsprechend Vollstreckungen gegen spätere Insolvenzschuldner anfechtbar bleiben. Die politische Begründung hierfür war, dass der Staat sich einen entsprechenden Titel selbst verschaffen könne (z. B. Finanzamt). Tatsächlich hätte der Gesetzgeber aber lediglich die selbst geschaffenen Vollstreckungstitel von dem Anwendungsbereich des Anfechtunsprivileges aus Vollstreckungen ausnehmen können. Nunmehr bleibt es bei dem über 100-jährigen Problem, dass ein Gläubiger viel Geld und Energie in die Einzelzwangsvollstreckung investiert und anschließend eine Anfechtung des Erhaltenen mit dem Argument vorgenommen wird, die Vollstreckung indiziere die Kenntnis von der Zahlungsunfähigkeit des Schuldners.

6. Schlussendlich hat der Bundestag noch beschlossen, dass die bisherige – unlautere – Praxis der Insolvenzverwalter auf der Grundlage der Rechtsauffassung des Bundesgerichtshofs zur Verzinsung von Anfechtungsansprüchen beendet wird. Es gilt wieder der Grundsatz: „Erst wenn ich von einem Anfechtungsanspruch weiß und diesen nicht bediene, muss der Anspruch auch verzinst werden.“

 

Ihr Ansprechpartner:

Niesert Burkhard - Rechtsanwalt
Burkhard Niesert
Rechtsanwalt, Partner

Telefon: +49 (0) 211 8 82 92-9
Telefax: +49 (0) 211 8 82 92-6
niesert@mkrg.com

Am Montag, den 14.11.2016 referiert der MKRG-Partner, Herr Rechtsanwalt Dr. Stefan Krüger, gemeinsam mit Herrn Jan Völker, Syndikusanwalt, Leiter Legal Services & Compliance, Coface, Mainz, für den RWS-Verlag in Köln zu dem Thema „Leasing und Factoring in Krise und Insolvenz“.

Factoring und Leasing sind verbreitete Finanzierungsinstrumente. Gerade in Krise und Insolvenz sind sie mit spezifischen Risiken verbunden. Die Besonderheiten und Handlungsoptionen in der Krise und Insolvenz des Anschlusskunden bzw. Leasingnehmers werden im Rahmen des Seminars systematisch dargestellt.

Schwerpunkte des Seminars sind:

  • Factoring und Leasing als Finanzierungsinstrumente
  • Rechtslage bei Factoring und Leasing in Krise und Insolvenz
  • Risiken und Handlungsoptionen des Factors bzw. Leasinggebers
  • Analyse und Kommentierung wichtiger Entscheidungen
  • Handlungsempfehlungen für den Praktiker

Im Einzelnen sind Seminarinhalte:

  • Factoring in der Krise des Anschlusskunden
    • Krise des Anschlusskunden
      • Krisenbegriff
      • Krisenfrüherkennung
      • Sanierungsgutachten
    • Factoring in der Krise
      • Handlungsoptionen des Factors
      • Factoring als Sanierungsinstrument?
      • Haftungsrisiken des Factors
  • Factoring in der Insolvenz des Anschlusskunden
    • Insolvenzgründe und -anträge sowie Ablauf eines Insolvenzverfahrens
    • Der Factoringvertrag in der Insolvenz
      • Im Eröffnungsverfahren
      • Im eröffneten Verfahren
      • Fortführung von Factoring in der Insolvenz
    • „Schicksal“ der Forderungen
      • Im Eröffnungsverfahren
      • Im eröffneten Verfahren
    • Weiterleitungsansprüche
    • Sicherungsrechte des Factors
    • Kollisionsfragen
    • Ansprüche des Factors
    • Haftung nach § 13 c UStG
      • Urteil des BFH vom 16.12.2015 (XI R 28/13) zu § 13 c UStG und Auswirkungen auf das Factoring
    • Insolvenzanfechtung
    • Auf- und Verrechnungen
  • Leasing in der Krise des Leasingnehmers
    • Handlungsoptionen und Besicherung des Leasinggebers
    • Leasing als Sanierungshebel?
    • Haftungsrisiken des Leasinggebers gegenüber Dritten
  • Leasing in der Insolvenz des Leasingnehmers: Rechte und Pflichten des Leasinggebers
    • Im Eröffnungsverfahren
      • „Schicksal“ des Leasingvertrages und Kündigungsrechte
      • Behandlung der Leasingraten und sonstige Ansprüche
    • Im eröffneten Verfahren
      • „Schicksal“ des Leasingvertrages
      • Zahlungsansprüche
      • Herausgabe- und Räumungsansprüche
      • Unterlassungsansprüche
      • Rechnungslegungs-, Auskunfts- und Informationsansprüche
      • Schadensersatzansprüche
      • Aufrechnung in der Insolvenz
      • Insolvenzanfechtung

Das Seminar richtet sich an:

  • Insolvenzverwalter
  • Rechtsanwälte
  • Justiziare
  • Mitarbeiter von Factoring- und Leasinggesellschaften sowie Banken und Sparkassen
  • Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Unternehmensberater
  • Interimsmanager

Herr Dr. Stefan Krüger ist Rechtsanwalt und Partner bei der Mütze Korsch Rechtsanwaltsgesellschaft mbH in Düsseldorf und beratend sowie forensisch tätig. Schwerpunkte seiner Tätigkeit sind Sanierungsberatung und das Insolvenz-, Gesellschafts-, Arbeits- und Finanzierungsrecht, insbesondere Factoring und Leasing. Er ist durch Publikationen und Vorträge in diesen Bereichen ausgewiesen.

Herr Jan Völker ist Syndikusanwalt und leitet den Bereich Recht und Compliance der Coface Deutschland mit Hauptsitz in Mainz. Coface in Deutschland ist führend im modernen Kreditmanagement und bietet ihren Kunden im B2B-Geschäft integrierte Konzepte für Kreditversicherung, Factoring, Inkasso und Informationsprodukte.

Ihr Ansprechpartner:

Krueger Stefan - Rechtsanwalt
Dr. Stefan Krüger
Rechtsanwalt, Partner

Telefon: +49 (0) 211 8 82 92-9
Telefax: +49 (0) 211 8 82 92-6
krueger@mkrg.com